Vom Werdegang des Sportheimes
Abschrift aus der Festschrift zur Sportheim-Einweihung - 19. Dezember 1969

Schon geraume Zeit vor der offiziellen Kündigung unseres alten Club- und Sportheimes durch das Liegenschaftsamt der Stadt Koblenz war man im Planungsamt der Stadtverwaltung der Ansicht, daß die Baracke, Simrockstr. 7 (früher Bootshaus des SC"Rhenania", ab 1963 unser Sportheim), verschwinden müsse, da sie ein "Schandfleck in der Natur" sei. Am 1.August 1968 war es dann soweit, daß wir unser liebgewonnenes Heim, das noch vier Jahre vorher mit beachtlichen kommunalen Mitteln für tischtennissportliche Zwecke um- und ausgebaut wurde, verlassen mußten. Das Grundstück hatte inzwischen den Besitzer gewechselt.

Die Zeit zwischen Kündigung und Auszug mußte natürlich für die Ausfindigmachung einer neue Übungsstätte genutzt werden. Nachdem zunächst von einer sportlichen Behelfsunterkunft die Rede war, einigte man sich doch schließlich auf das Angebot des Liegenschaftamtes der Stadt Koblenz, unserem Club zum Neubau einer Sporthalle und später auch eines Clubheimes ein etwa 1000 qm großes städtisches Grundstück am Schartwiesenweg in der Gemarkung Koblenz-Neuendorf in Erbbaurecht zu überlassen.

Am 8.Juli 1968 wurde der Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt Koblenz unterzeichnet. Gleichzeitig begannen die Verhandlungen - mündlich und schriftlich - mit dem Sportamt der Stadt Koblenz und der Bezirks- bzw. Landesregierung wegen der erforderlichen Bauzuschüsse.

Leider konnte erst verhältnismäßig spät mit den Grundarbeiten zum Hallenbau begonnen werden, da wir noch auf Bescheide der für den Sportstättenbau und seine Mitfinanzierung zuständigen Behörden warten mußten. Zudem waren vor Beginn der Erdarbeiten noch drei hohe Bäume zu fällen. Aber als grünes Licht für den Baubeginn gegeben wurde, war der Einsatz unserer Clubmitglieder beiderlei Geschlechts um so intensiver. Wußten wir doch, daß wir unseren Beitrag zu den Gesamtkosten des Bauwerks in erster Linie durch praktische Arbeitsleistung beizusteuern hatten.

Samstags ganztägig und an den übrigen Wochentagsabenden stundenweise verrichteten wir die für die Mehrzahl unserer Clubmitglieder ungewohnten Erd- und Fundamentierungsarbeiten im Schichtdienst, um jederzeit leistungsfähige Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben. In mehr als 1000 unentgeltlichen freiwilligen Arbeitsstunden gruben und gossen wir die Fundamente für die ca 375 qm große Sporthalle. Wer uns beim Schaufeln, Mischen und Einbringen des Betons zusah, der konnte seine helle Freude an diesem gemeinnützigen Wirken haben.

Bedauerlicherweise bot der Herbst 1968 kein geeignetes Bauwetter, so daß die weiteren Arbeiten auf der Baustelle nur langsam vorangingen. Immerhin konnte am 28.2.1969 die Grundsteinlegung erfolgen. Diesen zweiten Bauabschnitt begannen wir mit einer kleinen Feier an Ort und Stelle. Natürlich mauerten wir auch eine Urkunde ein, die eine kurze Vereinschronik, die Nominierung des amtierenden Vorstandes und eine namentliche Nennung der Förder des Vereins enthielt. Ferner birgt die Schatulle zeitgemäße Münzen, eine Vereinssatzung und einen Jubiläumsprospekt "30 Jahre Tischtennis in Koblenz". Im Vereinslokal "Goldenes Faß" trafen wir uns anschließend, um im engeren Kameradenkreis beim Dämmerschoppen noch einmal dieses Ereignis zu würdigen.

Der Hochbau wurde in den kommenden Wochen zügig vorangetrieben und fertiggestellt. Am 5.Mai 1969 konnten wir bereits das Richtfest feiern. Bei der altgewohnten Zeremonie unter dem Dachstuhl gedachte man "preisend mit viel schönen Reden" und einer Flasche Bier in der Hand ein zweites Mal des Schweißes der Edlen und dankte allen, die bisher am Aufbau beteiligt waren. Mit dem Wunsche, daß der himmliche Baumeister und Schöpfer aller Dinge auch weiterhin Bau und Arbeiter vor Schaden und Unfall bewahren möge, schloß der 1.Vorsitzende seine Ansprache.

Im Saale des "Wienerwald"-Restaurants saß man danach noch bis in die Nachtstunden bei Freibier und einem Richtschmaus zusammen. Dabei wurde in Ansprachen und Vorträgen wiederholt die Bedeutung dieses Festtages für den TTC "Olympia" gedacht.

Der weitere Ausbau der Sportstätte verlief abermals nicht ganz programm- und wunschgemäß. Schuld daran waren die"Betriebsferien" der bestellten Firmen und Verzögerungen, die wegen der Gas-, Wasser- und Stromanschluß-Genehmigungen auftraten. Immerhin fällt die Einweihung des zwar noch nicht ganz fertiggestellten, aber doch schon bezugsfähigen Sportheimes noch in die Herbstzeit und erleichtert uns den Um- und Einzug.

Der 19.Dezember wird zum stolzesten Tag in der Vereinsgeschichte des TTC "Olympia" Koblenz werden; denn endlich hat die leidige Wanderschaft ein Ende. Nach achtmaligem Übungsstättenwechsel binnen 15 Jahren haben wir, Gott sei Dank, eine endgültige sportliche Heimat gefunden.

Und einmal mehr hat sich die Erkenntnis des Philosophen Hegel bestätigt: "Nichts Großes wird ohne persönlichen Einsatz erreicht!"


Interessierter Besucher auf der Baustelle (Ratsmitglied Günter Pauli, 2.vl.)


Clubmitglieder als "Amateur"-Bauarbeiter

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